Wenn jemand ChatGPT nach einem guten Betrieb in deiner Stadt fragt, bekommt er eine Antwort - mit dir oder ohne dich. Ob die KI dich empfiehlt, dich falsch beschreibt oder gar nicht kennt, findest du in zehn Minuten selbst heraus. Dieser Artikel zeigt dir die Fragen, die du stellst, und was du mit den Antworten anfängst.
01Deine Kunden fragen längst auch die KI
Die Suche nach einem Handwerker, einem Friseurtermin oder einer Kanzlei beginnt nicht mehr nur bei Google. Immer mehr Menschen stellen ihre Frage direkt an ChatGPT oder einen ähnlichen Assistenten: Wer macht in meiner Nähe gute Arbeit? Die Antwort ist dann keine Liste mit zehn Links, sondern ein einziger Absatz mit zwei, drei Namen.
Das verändert die Spielregeln. Wer in diesem Absatz steht, bekommt die Anfrage. Wer nicht darin steht, existiert für diesen Kunden in dem Moment schlicht nicht. Und wenn die KI etwas Falsches über dich erzählt, klingt es für den Leser trotzdem wie ein Fakt. Deshalb lohnt es sich, den eigenen Stand zu kennen - und das geht ohne Tools, ohne Kosten und ohne Technikwissen.
02Der Selbst-Check: fünf Fragen, zehn Minuten
Öffne ChatGPT, ein kostenloses Konto reicht. Wichtig: Frag so, wie ein Fremder fragen würde, der dich noch nicht kennt. Also nicht zuerst nach deinem Namen, sondern nach deiner Leistung in deiner Stadt - denn genau so fragen deine Kunden.
Die fünf Fragen für deinen Check:
1. „Welche Betriebe für [deine Leistung] in [deine Stadt] kannst du empfehlen?“
2. „Ich suche [konkrete Leistung] in [Stadtteil oder Stadt]. Wohin soll ich gehen?“
3. „Was weißt du über [Name deines Betriebs] in [deine Stadt]?“
4. „Welche Leistungen bietet [Name deines Betriebs] an?“
5. „Was sagen Kunden über [Name deines Betriebs]?“
Stell jede Frage in einem neuen Chat, damit sich die Antworten nicht gegenseitig beeinflussen. Wenn du magst, wiederhole den Check in einem zweiten Dienst wie Gemini oder Perplexity. Und mach von jeder Antwort einen Screenshot: So kannst du in ein paar Monaten vergleichen, ob sich etwas bewegt hat.
03Drei mögliche Ergebnisse - und was sie bedeuten
Du wirst empfohlen: Glückwunsch - aber lies genau. Stimmen Leistungen, Ort und Beschreibung? Auch eine Empfehlung mit falschen Details schickt Kunden in die Irre, etwa zu einer Leistung, die du gar nicht anbietest.
Die KI kennt dich, erzählt aber Unsinn: alte Öffnungszeiten, Leistungen von vor Jahren oder eine Verwechslung mit einem Betrieb ähnlichen Namens. Das ist ärgerlich, aber korrigierbar - dazu gleich mehr.
Es kommt nichts: Die KI nennt nur Wettbewerber oder antwortet ausweichend. Das heißt nicht, dass dein Betrieb schlecht ist. Es heißt, dass im Netz zu wenig über dich steht, das eine Maschine verstehen und weitergeben kann.
04Woher die KI ihre Antworten nimmt
ChatGPT erfindet seine Empfehlungen nicht aus dem Nichts. Die Antworten speisen sich aus öffentlich zugänglichen Texten: deiner Website, deinem Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnissen, Bewertungen und Presseartikeln. Viele KI-Dienste lesen inzwischen zusätzlich live im Netz nach, bevor sie antworten.
Das hat eine wichtige Konsequenz: Es gibt keine Stelle bei ChatGPT, bei der du eine Korrektur einreichst. Du korrigierst nicht die KI - du korrigierst die Quellen, aus denen sie liest. Steht überall das Richtige, zieht die KI nach. Steht irgendwo Altes oder Widersprüchliches, erzählt sie es weiter.
05Falsche oder leere Antworten: das tust du jetzt
Erster Schritt: deine eigene Website. Stehen deine Leistungen, dein Einzugsgebiet und deine Kontaktdaten dort als klarer Text - nicht nur in Bildern oder einem PDF? Eine Maschine kann nur weitergeben, was sie lesen kann. Eine Seite, die jede Leistung in einem ehrlichen Satz erklärt, ist die beste Grundlage.
Zweiter Schritt: dein Google-Unternehmensprofil. Für Fragen nach Betrieben vor Ort ist es eine zentrale Quelle. Adresse, Öffnungszeiten, Leistungen und Fotos aktuell halten zahlt doppelt ein: bei Google und bei der KI.
Dritter Schritt: die alten Einträge. Branchenverzeichnisse, Portale, vergessene Profile aus früheren Jahren. Überall sollten Name, Adresse und Telefonnummer gleich geschrieben sein. Widersprüche führen dazu, dass eine Maschine die falsche Version erwischt - oder dir gar nicht erst vertraut.
Und dann: Geduld. Korrekturen wandern nicht über Nacht in die Antworten. Dienste, die live im Netz nachlesen, reagieren schneller, andere brauchen Monate. Deshalb gehört der Check wiederholt - alle drei bis sechs Monate reicht völlig.
06Fazit: erst prüfen, dann reparieren
Du brauchst weder Tools noch Budget, um deinen KI-Stand zu kennen - nur zehn Minuten und die fünf Fragen aus diesem Artikel. Mach den Check noch heute, sichere die Antworten als Screenshot und nimm dir danach die größte Baustelle zuerst vor: meistens die eigene Website oder das Google-Profil. In drei Monaten fragst du wieder und vergleichst. Und wenn du beim Aufräumen Unterstützung willst: Bei Apollon gehört der Blick darauf, was KI über unsere Kunden erzählt, zur laufenden Betreuung dazu.


