StartRatgeberGoogle-Unternehmensprofil

Dein Google-Profil: das am meisten unterschätzte Stück Internet.

Dein Google-Eintrag existiert, ob du ihn pflegst oder nicht. So übernimmst du ihn, hältst die Öffnungszeiten aktuell und entscheidest selbst, was Kunden sehen.

Sichtbarkeit · 5 Min. Lesezeit · Stand: Februar 2026

Bevor jemand deine Website öffnet, hat Google ihm deinen Betrieb längst gezeigt: Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen, Anfahrt. Dieses Profil existiert, ob du dich darum kümmerst oder nicht. Wer es übernimmt und pflegt, entscheidet selbst, was Kunden dort sehen.

01Warum der Eintrag wichtiger ist als deine Startseite

Such einmal selbst nach deinem Betrieb, Name plus Ort genügt. Neben den Treffern, am Handy ganz oben, zeigt Google einen Kasten mit Karte, Telefonnummer, Öffnungszeiten und Bewertungen. Das ist dein Google-Unternehmensprofil, früher bekannt als Google My Business. Für viele Kunden ist dieser Kasten der erste Kontakt mit deinem Betrieb, und oft auch der einzige.

Anrufen, Route planen, Öffnungszeiten prüfen: All das passiert direkt im Profil, ohne einen einzigen Klick auf deine Website. Steht dort eine alte Nummer oder „Geschlossen“, verlierst du Kunden, bevor sie deine Seite je gesehen haben. Deshalb gehört das Profil ganz nach oben auf deine Liste, noch vor jedem Feinschliff an der Website.

Dazu kommt: Auch KI-Assistenten greifen für lokale Empfehlungen auf genau diese Daten zurück. Ein gepflegtes Profil arbeitet also an mehreren Stellen gleichzeitig für dich.

02Erst prüfen: Wem gehört dein Eintrag gerade?

Google legt Einträge für Betriebe automatisch an, gespeist aus Branchenverzeichnissen, Kartendaten und Hinweisen von Nutzern. Gut möglich also, dass dein Betrieb längst ein Profil hat, das niemand im Haus je angefasst hat. Ob es übernommen ist, siehst du direkt im Eintrag: Steht dort der Link „Inhaber dieses Unternehmens?“, ist das Profil noch frei.

Solange das so ist, füllt Google den Eintrag mit dem, was es irgendwo findet: geratene Öffnungszeiten, alte Adressen, Fotos von Fremden. Fehlt der Link, hat jemand den Eintrag bereits bestätigt, vielleicht du selbst vor Jahren, vielleicht ein früherer Dienstleister. Auch dann lohnt der Check, ob du heute noch an die Zugangsdaten kommst.

03Übernehmen: Schritt für Schritt zum eigenen Profil

Die Übernahme kostet nichts und ist in den meisten Fällen schnell erledigt. Du brauchst nur ein Google-Konto, am besten eines, das dem Betrieb gehört und nicht am privaten Postfach eines einzelnen Mitarbeiters hängt.

Eintrag übernehmen in fünf Schritten:

1. Betrieb suchen: Gib bei Google den Namen deines Betriebs plus Ort ein und öffne den Eintrag.

2. Übernahme starten: Klick auf „Inhaber dieses Unternehmens?“ und melde dich mit dem Google-Konto des Betriebs an.

3. Daten prüfen: Kontrolliere Name, Adresse und Kategorie, bevor du bestätigst.

4. Inhaberschaft nachweisen: Google prüft dich je nach Betrieb per Telefon, Video oder Postkarte an die Geschäftsadresse.

5. Zugang absichern: Hinterlege eine zweite Person mit Administrator-Rechten, damit der Zugriff nicht an einer einzigen Mailadresse hängt.

Ist der Eintrag schon von jemand anderem übernommen, zeigt Google dir einen Teil der hinterlegten Mailadresse. Erkennst du sie nicht wieder, kannst du im selben Dialog die Übertragung anfordern. Der bisherige Inhaber bekommt dann etwas Zeit zu reagieren, danach geht es für dich regulär weiter.

04Bearbeiten: Öffnungszeiten, Fotos, Leistungen

Sobald du bestätigt bist, kannst du dein Profil direkt in der Google-Suche bearbeiten: Such nach deinem Betrieb, während du angemeldet bist, und du siehst den Punkt „Profil bearbeiten“. Dort änderst du Öffnungszeiten in zwei Minuten. Trag auch Sonderzeiten ein, Feiertage, Betriebsferien, den Brückentag, und zwar bevor sie gelten. Nichts kostet mehr Vertrauen als ein Kunde vor verschlossener Tür, obwohl Google „Geöffnet“ behauptet.

Lade eigene Fotos hoch: den Gastraum, die Werkstatt, den Salon, das Team bei der Arbeit. Es müssen keine Profi-Aufnahmen sein, ehrlich schlägt perfekt. Ein Eintrag, der nur ein Logo zeigt, wirkt wie ein Laden mit zugeklebtem Schaufenster.

Ergänze deine Leistungen und eine kurze Beschreibung in normaler Sprache, so wie du es am Tresen erklären würdest, ohne Schlagwort-Listen. Und verlinke deine Website, damit Profil und Seite dieselbe Geschichte erzählen.

05Dranbleiben: eine Viertelstunde im Monat reicht

Das Profil ist kein Projekt, das man einmal abschließt, sondern eine kleine Routine. Schau einmal im Monat kurz hinein: Stimmen die Zeiten noch? Gibt es neue Bewertungen? Hat sich etwas geändert, das du nicht selbst eingetragen hast? Auch Nutzer und Google können nämlich Änderungen vorschlagen, und manche davon werden ohne dein Zutun übernommen.

Antworte auf Bewertungen, auch auf die unbequemen. Eine ruhige, sachliche Antwort auf eine harte Kritik liest nicht nur der Verfasser, sondern jeder, der danach kommt. Und bitte zufriedene Kunden ruhig um eine Bewertung: einmal, freundlich, im richtigen Moment, ohne Gegenleistung.

06Fazit: Fang mit einer Suche an

Dein nächster Schritt kostet zwei Minuten: Such deinen Betrieb bei Google und schau dir den Eintrag mit den Augen eines Kunden an. Stimmen die Zeiten? Gibt es echte Fotos? Steht dort noch „Inhaber dieses Unternehmens?“ Dann weißt du, wo du anfängst, die Schritte oben führen dich durch.

Und wenn du das Thema lieber in feste Hände gibst: Bei Apollon gehört die Pflege des Google-Profils zur laufenden Betreuung dazu, zusammen mit der Website. Übernimm den Eintrag aber in jedem Fall. Er gehört zu deinem Betrieb wie das Schild über der Tür.

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