Wer einen Friseur, ein Restaurant oder einen Handwerker sucht, fragt immer öfter nicht mehr Google, sondern ChatGPT. Die Antwort ist dann keine Liste mit zehn Links, sondern eine Empfehlung: zwei, drei Namen, fertig. Ob dein Betrieb dabei ist, ist kein Zufall - du kannst es beeinflussen.
01Kunden fragen die KI, nicht mehr die Trefferliste
Die Fragen sind dieselben geblieben, nur der Ort hat sich verändert. Was früher in den Suchschlitz getippt wurde, wird heute einer KI gestellt: „Welcher Zahnarzt in Winterhude nimmt neue Patienten?“, „Gibt es in der Nähe einen Tischler, der Einbauschränke baut?“ ChatGPT, Googles KI-Übersichten, Copilot oder Perplexity antworten darauf nicht mit zehn blauen Links, sondern im Gespräch - mit einer Handvoll konkreter Empfehlungen.
Das verändert die Spielregeln. Bei der klassischen Suche konntest du auf Platz acht stehen und wurdest trotzdem noch gefunden. Eine KI-Antwort nennt meist nur zwei oder drei Betriebe - wer nicht dabei ist, kommt in diesem Gespräch nicht vor. Wie viele deiner Kunden schon so suchen, hängt von Branche und Kundschaft ab. Aber es werden mehr, nicht weniger.
02Woher die KI weiß, wen sie empfiehlt
Eine KI kennt deinen Betrieb nicht persönlich. Sie stützt sich auf das, was öffentlich über dich zu lesen ist: deine Website, dein Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, Bewertungen, Erwähnungen in der lokalen Presse. Aus diesen Quellen setzt sie ihr Bild von dir zusammen - und gibt es in eigenen Worten weiter.
Genau hier liegt das Problem vieler Betriebe vor Ort: Die Informationen sind dünn oder widersprechen sich. Auf der Website steht „Wir bieten individuelle Lösungen“, im Verzeichnis wartet eine alte Telefonnummer, das Google-Profil ist halb leer. Eine KI, die aus deinen Quellen keine klare Aussage ziehen kann, nennt lieber den Wettbewerber, bei dem alles eindeutig ist.
Dazu kommt: Eine KI formuliert selbstbewusst, auch wenn ihre Grundlage dünn ist. Findet sie über deinen Betrieb wenig, füllt sie Lücken notfalls mit Vermutungen - und erzählt dann Dinge, die so nie gestimmt haben. Je mehr eindeutiges Material du lieferst, desto weniger Raum bleibt fürs Raten.
03GEO statt SEO? Eher: GEO baut auf SEO auf
Für diese Arbeit gibt es einen Namen: GEO, kurz für Generative Engine Optimization - Sichtbarkeit in KI-Antworten statt nur in Trefferlisten. Das klingt nach einem eigenen Fachgebiet, ist aber zu einem großen Teil solides Handwerk: Vieles, was deine Website für Google verständlich macht, macht sie auch für eine KI verständlich. SEO wird also nicht abgelöst, sondern erweitert.
Der wichtigste Unterschied: Eine KI will Fragen beantworten. Mit klaren Aussagen kann sie arbeiten, mit Floskeln nicht. „Wir reparieren Heizungen in Hamburg-Altona, Termine meist innerhalb einer Woche“ kann eine KI wiedergeben. „Ihr kompetenter Partner rund ums Wohlfühlklima“ kann sie niemandem empfehlen. Je konkreter deine Texte, desto eher tauchst du korrekt in Antworten auf.
Die gute Nachricht: Wer seine Website ohnehin für Kunden schreibt statt für Suchmaschinen, hat einen großen Teil dieser Arbeit schon erledigt. Es geht weniger um Tricks als um Vollständigkeit und Klarheit.
04Was du konkret tun kannst
Du musst dafür kein Technikprojekt starten. Erster Schritt: Schreib auf deine Website, was du tust, für wen und wo. Leistungen einzeln benennen statt in einem Slogan zusammenfassen, Ort und Einzugsgebiet in Klartext, dazu Antworten auf die Fragen, die dir Kunden ohnehin am Telefon stellen: Was kostet das ungefähr? Wie läuft das ab? Wie schnell bekomme ich einen Termin?
Zweiter Schritt: Bring deine Einträge auf einen Stand. Name, Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten müssen überall gleich sein - auf der Website, im Google-Unternehmensprofil, in Verzeichnissen. Dritter Schritt: Kümmer dich um Bewertungen. Sie gehören zu den Quellen, aus denen sich eine KI ihr Urteil bildet, und sie beantworten die Frage, ob man dir vertrauen kann.
Merkliste - das sollte über deinen Betrieb eindeutig zu finden sein:
· Was du anbietest, als klare Liste statt als Slogan
· Für wen und wo du arbeitest: Ort, Stadtteile, Umkreis
· Wie man dich erreicht, überall mit derselben Nummer
· Öffnungszeiten, auch die Sonderzeiten an Feiertagen
· Antworten auf deine fünf häufigsten Kundenfragen
· Bewertungen, auf die du sichtbar reagierst
05Mach den Selbsttest
Ob das wirkt, kannst du heute noch selbst prüfen. Öffne ChatGPT oder eine andere KI und stell die Frage, die ein Kunde stellen würde: nach deiner Branche in deinem Ort. Stell danach die direkte Frage mit deinem Betriebsnamen: Was weiß die KI über dich, und stimmt das, was sie erzählt?
Drei Ergebnisse sind möglich: Du tauchst gar nicht auf, du tauchst mit falschen Angaben auf, oder du wirst korrekt empfohlen. Die ersten beiden sind kein Grund zur Sorge, sondern deine Arbeitsliste. Falsche Angaben gehen fast immer auf eine Quelle zurück, die du korrigieren kannst - meist die Website, das Profil oder ein altes Verzeichnis. Wiederhol den Test alle paar Monate: Die Antworten ändern sich, wenn sich deine Quellen ändern.
Und gewöhn dir eine kleine Frage an: Frag neue Kunden, wie sie auf dich gekommen sind. So merkst du früh und ohne jede Statistik, welche Rolle KI-Antworten in deiner Branche schon spielen.
06Fang mit zehn Minuten an
Sichtbarkeit in KI-Antworten ist kein Hexenwerk, sondern Fleißarbeit: klare Texte, einheitliche Daten, gepflegte Einträge und Bewertungen. Dein nächster Schritt kostet zehn Minuten: Mach den Selbsttest, notier dir, was fehlt oder falsch ist, und nimm dir den größten Posten zuerst vor. Meistens ist das die eigene Website.
Wenn du diese Pflege lieber abgibst: Bei Apollon gehört genau das zur laufenden Betreuung - Website, Profil und Einträge, die überall dasselbe erzählen. Ob selbst gemacht oder abgegeben: Die Kunden, die heute eine KI fragen, sind dieselben, die morgen bei dir im Laden stehen sollen.


