Für eine Website kannst du ein paar hundert Euro zahlen oder ein paar tausend, und beides kann fair sein. Entscheidend ist nicht die Summe, sondern ob du verstehst, wofür sie steht. Genau diese Rechnung machen wir hier auf: Einmalpreis, Monatspreis und die Posten, die in vielen Angeboten fehlen.
01Der Einmalpreis: was du am Anfang bezahlst
Hinter dem Einmalpreis stecken vier Arbeitspakete: das Konzept, die Texte und Bilder, die Gestaltung und die technische Umsetzung samt Einrichtung von Domain und Hosting. Je nachdem, wer wie viel davon übernimmt, schwankt der Preis enorm. Deshalb ist die Spanne so groß: vom Baukasten-Tarif für kleines Geld bis zum Agenturprojekt, das fünfstellig werden kann. Beides heißt am Ende „Website“, aber es ist nicht dasselbe Produkt.
Ein seriöses Angebot listet diese Pakete einzeln auf. Steht dort nur „Webdesign pauschal“, weißt du nicht, ob Texte dabei sind, wer die Fotos macht und ob am Ende du selbst liefern musst, was fehlt. Frag konkret: Was passiert, wenn ich keine Texte habe? Die Antwort sagt mehr über das Angebot als die Zahl darunter.
02Der Monatspreis: was jeden Monat anfällt
Eine Website ist kein Möbelstück, das einmal fertig dasteht. Die Domain kostet meist nur ein paar Euro im Jahr, dazu kommen Hosting, technische Updates, Sicherheit und Backups: Das läuft, solange die Seite läuft. Bei Baukästen steckt all das im Tarif, grob zwischen 10 € und 40 € im Monat. Bei Agenturen und Freelancern steckt es entweder in einer Pflege-Pauschale, oder eben nirgends, und dann bleibt es an dir hängen.
Dazu kommt die Pflege der Inhalte: geänderte Öffnungszeiten, eine neue Preisliste, ein neues Gesicht im Team. Wenn das niemand übernimmt, veraltet die Seite still vor sich hin, und eine sichtbar veraltete Website kostet Vertrauen, also Kunden. Frag deshalb bei jedem Angebot: Was genau ist im Monatspreis enthalten, nur der Server oder auch Updates und kleine Änderungen?
03Die versteckten Posten: hier wird es teuer
Der wichtigste zuerst: Läuft die Domain auf deinen Namen? Wenn sie der Agentur gehört, gehört dir deine Adresse im Netz nicht, und bei einem Wechsel beginnt das Verhandeln. Dasselbe gilt für Zugänge und Inhalte: Was du bezahlst, sollte dir gehören.
Zweiter Klassiker: Änderungskosten. Manche Angebote sind im Einstieg günstig und holen das Geld später, mit einem Stundensatz für jede kleine Textänderung. Frag vorab: Was kostet es, wenn ihr nächsten Monat meine Öffnungszeiten anpasst? An dieser Antwort erkennst du das Geschäftsmodell.
Und dann die Nebenkosten: Bildlizenzen, kostenpflichtige Erweiterungen, der Dienst hinter dem Cookie-Banner. Einzeln wirken sie klein, zusammen sind sie ein zweiter Monatspreis. Auch Laufzeit und Kündigungsfrist gehören ins Angebot, nicht erst ins Kleingedruckte des Vertrags.
04Agentur, Freelancer oder Baukasten: drei Wege, drei Rechnungen
Der Baukasten ist die Variante mit dem kleinsten Geldbetrag und dem größten Zeitaufwand: Den Tarif zahlst du, aber Konzept, Texte, Bilder und Pflege machst du selbst. Wenn dir das liegt und deine Abende dafür frei sind, kann das passen. Rechne deine Stunden nur ehrlich mit.
Der Freelancer bietet oft viel Handarbeit fürs Geld. Die offene Frage ist die Zeit danach: Wer pflegt die Seite, wenn die Person ausgebucht ist, im Urlaub oder beruflich weitergezogen? Kläre das vor dem Start, nicht beim ersten dringenden Anliegen.
Die Agentur ist auf dem Papier die teuerste Variante, dafür steht ein Team dahinter, mit Vertretung und im besten Fall mit laufender Betreuung statt Stundenzetteln. Fair wird das nur mit einem transparenten Vertrag: Die Größe allein ist kein Qualitätsbeweis.
05So prüfst du ein Angebot in zehn Minuten
Nimm das Angebot und geh es in drei Schritten durch. Erstens trennen: Markiere, was einmalig kostet und was monatlich. Zweitens Lücken suchen: Alles, was nicht dasteht (Texte, Fotos, Pflege, Lizenzen), wird später zu deinem Problem oder zu deiner Rechnung. Drittens nachfragen, und zwar schriftlich.
Merkliste: Diese fünf Fragen gehören schriftlich beantwortet.
1. Sind Einmalpreis und Monatspreis getrennt und vollständig ausgewiesen?
2. Läuft die Domain auf meinen Namen?
3. Was kosten kleine Änderungen nach dem Start, und wer macht sie?
4. Welche Laufzeit und welche Kündigungsfrist gelten?
5. Was bekomme ich mit, wenn ich gehe: Domain, Inhalte, Zugänge?
Wer auf diese Fragen klar antwortet, hat nichts zu verstecken. Wer ausweicht, hat dir seine Antwort schon gegeben.
06Fazit: rechne auf drei Jahre
Vergleichbar werden Angebote erst mit der ehrlichen Gesamtsumme: Einmalpreis plus 36 Monatsraten plus realistische Änderungskosten. Wer nur die erste Zahl vergleicht, vergleicht Äpfel mit Birnen und ärgert sich im zweiten Jahr.
Dein nächster Schritt: Hol dir zwei oder drei Angebote, geh sie mit der Merkliste durch und lass dir jede offene Frage schriftlich beantworten. Wir bei Apollon arbeiten aus genau diesen Gründen mit einem festen Monatspreis, in dem Pflege und kleine Änderungen schon enthalten sind. Aber egal, wessen Rechnung am Ende vor dir liegt: Unterschreib erst, wenn du jede Zeile erklären kannst.


